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Thunfisch-Zertifizierung und Aquakultur

Thunfisch ist ein beliebter Fisch, der in Salaten, Sandwiches und als Sushi gegessen wird. Aber woher kommt unser Thunfisch? Wird er wild gefangen oder gezüchtet? Und wie nachhaltig ist Thunfisch?

Was wir Thunfisch nennen, gehört zu der Gattung Thunnus und es gibt 8 ‚echte‘ Thunfische: Weißer Thun, Großaugenthun, Schwarzflossenthun, 3 Blauflossenthunarten (Atlantischer, Pazifischer und Südlicher Blauflossenthun), Langschwanzthun und Gelbflossenthun. Es gibt sieben weitere Arten, wovon der beliebteste der Echte Bonito ist. Im Jahr 2015 wurden 5.805.949 Millionen Tonnen Thunfisch gefischt, davon 49 % Echter Bonito, 23 % Gelbflossenthun und 7 % Großaugenthun der gesamten Produktion aus Wildfischfang. Die meisten Thunfische werden in der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, IUCN) als nicht gefährdet eingestuft. Weißer Thun und Gelbflossenthun gelten jedoch als ‚potenziell gefährdet‘, Pazifischer Blauflossenthun als ‚gefährdet‘, Atlantischer Blauflossenthun als ‚stark gefährdet‘ und Südlicher Blauflossenthun wird von der IUCN als ‚vom Aussterben bedroht‘ eingestuft. Die Blauflossenthun-Fischerei macht lediglich 0,7 % des gesamten Thunfischfangs in offenen Gewässern aus.

Da die Produktion von wild gefangenem Blauflossenthun zurückgegangen ist, ist ein verstärktes Interesse an der Aquakultur dieser drei Arten, insbesondere des Pazifischen Blauflossenthuns, zu verzeichnen. Vor allem die Kinki Universität in Japan beschäftigt sich seit 1970 mit der Thunfisch-Aquakultur![1] Trotz dieses Schwerpunkts und der Tatsache, dass die Aquakulturproduktion von Blauflossenthun gestiegen ist, ist sie mit nur 36.827 Tonnen im Jahr 2015 stark begrenzt. Dies entspricht lediglich 0,63 % der gesamten Thunfischproduktion und 0,0003 % der gesamten Aquakulturproduktion. Tatsächlich betrifft der größte Teil dieser Produktion wilde Jungtiere, die gefangen und gefüttert (auf der Fischfarm gezüchtet) werden. Das Wachstum der Blauflossenthun-Aquakultur wurde durch etliche Faktoren eingeschränkt, unter anderem durch niedrige Überlebensraten von gezüchteten Eiern, den speziellen Bedarf an Lebendfutter für Jungfische und die Kosten für Lebendfutter. Beispielsweise verbraucht ein Thunfisch eine Futtermenge von etwa 5 % seines Körpergewichts pro Tag.[2] Die Forschungsarbeit in diesen Bereichen wird fortgeführt.

Während zertifizierter Wildfang-Thunfisch verfügbar ist (MSC und FOS), gibt es derzeit keinen zertifizierten Zucht-Thunfisch.

 

[1] https://www.japantimes.co.jp/life/2016/01/23/lifestyle/can-farmed-tuna-save-bluefin-extinction/#.WcZpNHlPpjo

[2] https://geminiresearchnews.com/2017/01/putting-bluefin-tuna-back-menu-farming/