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Sklaverei und Zwangsarbeit

Derzeit (2016) leben in 167 Ländern weltweit schätzungsweise 45,8 Millionen Menschen “in einer Form von moderner Sklaverei”1 (z.B. Menschenhandel und Zwangsarbeit). Der Global Slavery Index (Globaler Sklavenindex) erstellt eine Rangliste aller Länder auf Grundlage der Sklaverei als ‚Prozentanteil an der Gesamtbevölkerungszahl‘ und als ‚absolute Zahl‘. „Zu den zehn Ländern mit der höchsten geschätzten absoluten Anzahl an Menschen in moderner Sklaverei zählen einige der bevölkerungsreichsten Länder der Welt: Indien, China, Pakistan, Bangladesch, Usbekistan, Nordkorea, Russland, Nigeria, die Demokratische Republik Kongo und Indonesien. Mehrere dieser Länder stellen kostengünstige Arbeitskräfte für die Produktion von Konsumgütern für die Märkte Westeuropas, Japans, Nordamerikas und Australiens zur Verfügung. Manche von ihnen ergreifen wichtige Maßnahmen, um gegen den Missbrauch in Schlüsselindustrien vorzugehen. Besonders hervorzuheben sind zum Beispiel die Bemühungen Indonesiens. Dort wurden 2000 Fischer, die Opfer von Menschenhandel geworden waren, gerettet und in ihre Heimat zurückgebracht”2.

Es liegt in der Verantwortung jedes Gliedes in der Lieferkette, sich mit dem Thema der Sklaverei zu befassen. Die Meeresfrüchteindustrie und ihre Interessenvertreter weltweit tun dies bereits. In der asiatischen Meeresfrüchteindustrie, vor allem im Fischerei- und Verarbeitungssektor Thailands und im Fischereisektor Indonesiens, wurden Fälle von Zwangsarbeit und Menschenhandel festgestellt. Die globale Meeresfrüchteindustrie und ihre Interessenvertreter arbeiten unablässig an der Umsetzung offener und transparenter Systeme für seriöse Fischereibetriebe, Aquakulturunternehmen und Verarbeiter von Meeresfrüchten, um offenzulegen, dass ihre Fisch- und Meeresfrüchteprodukte frei von Menschenhandel und Zwangsarbeit sind.

Zertifizierte Aquakultur ist ein Mittel zur Abschaffung von Zwangsarbeit auf der Ebene der Farm- und Verarbeitungsanlagen. Die GLOBALG.A.P. Risiko-Einschätzung für Soziale Belange (GRASP) bildet eine Reihe verbindlicher Anforderungen, die von Farmen und Verarbeitungsanlagen erfüllt werden muss, um GLOBALG.A.P. Zertifizierung zu erreichen. GRASP verlangt die Einhaltung von den wichtigsten Übereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Dazu zählen das IAO-Übereinkommen 29 und 105 über Zwangsarbeit. Zertifizierte Aquakultur befähigt seriöse Betriebe durch Rückverfolgbarkeit und umfassende Dokumentation außerdem zur Erfüllung weltweit anerkannter Verfahren, die die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde gewähren.

Zertifizierte Aquakultur fördert Transparenz sowie die Einführung von strengen Standards und bewährten Verfahren über die gesamte Lieferkette. Die laufenden Bemühungen zur Beseitigung von mit Menschenhandel und Zwangsarbeit produzierten Gütern vom Markt machen Fortschritte. Mehr Informationen darüber, wie der Meeresfrüchtesektor und verbundene Interessengruppen gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel vorgehen, finden Sie bei ‚Shrimp Sustainable Supply Chain Task Force‘:

Quelle: Shrimptaskforce

 

[1] www.globalslaveryindex.org/findings/

[2] Global Slavery Index 2016.pdf (p.8)