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Frauen in der Aquakultur

Jedes Jahr am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag. An diesem Tag halten wir inne und würdigen den sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Beitrag von Frauen in unserem Leben. Dazu gehört auch der Einsatz, den Frauen in der Fischerei- und Aquakultur leisten. Die FAO schätzt, dass im Jahr 2014 „insgesamt der weibliche Anteil aller direkt im primären Sektor der Fischerei und Aquakultur tätigen Personen mehr als 19 Prozent betrug (und), wenn man die Tätigkeiten des primären und sekundären Fischereisektors zusammenfasst, Frauen die Hälfte der Arbeitskräfte weltweit ausmachen“.[1]

 

Förderung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau und die Emanzipation von Frauen in der Aquakultur

Der Internationale Frauentag sensibilisiert auch für das globale Problem der Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft und in der Arbeitswelt. Die Gleichstellung wird in der Agenda für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen 2030 als eines von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) ausdrücklich genannt. „In den nächsten fünfzehn Jahren werden die Länder mit diesen allgemeingültigen neuen ZielenAnstrengungen unternehmen, um jede Form der Armut zu beenden, Ungleichheit zu bekämpfen und den Klimawandel zu stoppen, und gleichzeitig dafür sorgen, dass niemand zurückbleibt“.[2] SDG 5 wurde am 1. Januar 2016 ins Leben gerufen und steht für „Gender Equality - Achieve gender equality and empower all women and girls“ (Geschlechtergleichheit - Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen).

 

Die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rolle der Frau in der Aquakultur kann auf allen Ebenen erfolgen, von der Fütterung über die Ernte und Verarbeitung bis hin zur Führung von Unternehmen. Individuell kann die Aquakultur als Nahrungsquelle und zusätzliches Einkommen für Frauen und ihre Familien durch Subsistenzwirtschaft oder in kleinen Betrieben gestärkt werden. Für dieses anspruchsvolle Ziel setzt sich eine Reihe von Organisationen ein, um das Bewusstsein für die Probleme von Frauen in der Aquakultur zu schärfen und Frauen zu befähigen, die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen. So ermöglichte es beispielsweise das USAID/Worldfish-Projekt „Aquaculture for Income and Nutrition“ (AIN) Frauen in Bangladesch, soziale Herausforderungen zu überwinden, die es ihnen verboten, mit Stellnetzen im Wasser zu arbeiten (siehe Video-Link unten).

https://www.youtube.com/watch?v=eoYCxLISteY 

Auf Unternehmerinnen-Ebene ist Frau Truong Thi Le Khanh, Gründerin des vietnamesischen Unternehmens Vinh Hoan im Jahr 1997, ein Beispiel für die Selbstbestimmung von Frauen in der Aquakultur. Aus einem privaten Pangasius-Betrieb wuchs Vinh Hoan zu einem heute vertikal integrierten Unternehmen. Vinh Hoan ist GLOBALG.A.P.-zertifiziert und führender Erzeuger- und Verarbeitungsbetrieb von Pangasius in Vietnam und wird nach wie vor von Frau Khanh als Vorsitzende und Frau Nguyen Ngo Vi Tam als CEO geführt.

 

Die Gleichstellung der Geschlechter in der Aquakultur ist ein fortlaufender Prozess und steht für GLOBALG.A.P. im Zentrum des Interesses.

GLOBALG.A.P. trägt durch den GLOBALG.A.P. GRASP Standard,[3] der sich mit der Diskriminierung von Frauen in landwirtschaftlichen und verarbeitenden Betrieben in der Chain-of-Custody befasst, zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und zur Stärkung der Rolle der Frau bei. Wenn Sie also das GGN Label sehen, haben Sie die Gewissheit, dass das Produkt mit verantwortungsbewussten Praktiken erzeugt und verarbeitet, und dass die Gleichberechtigung sowie ein selbstbestimmtes Leben von Frauen gefördert wurde.

 

[1] http://www.fao.org/3/a-i6623e.pdf S.1

[2] http://www.un.org/sustainabledevelopment/development-agenda/

[3] GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice (GRASP)