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Ernährungssicherheit und die Rolle von Aquakultur in Entwicklungsländern

Vor dem Hintergrund des prognostizierten Bevölkerungswachstums um etwa 30 % auf 9,7 Milliarden bis 2050 stellt die Ernährungssicherheit eine der größten Herausforderungen dar, der die Welt heute entgegenblickt. „Ernährungssicherheit besteht, wenn alle Menschen jederzeit physischen und wirtschaftlichen Zugang zu angemessener, gesundheitlich unbedenklicher und nährstoffreicher Nahrung haben, um ihre Ernährungsbedürfnisse und –vorlieben zugunsten eines aktiven und gesunden Lebens zu decken“ (1996 World Food Summit)1. Ernährungsmittelunsicherheit, ein Zustand, in dem die oben genannten Bedingungen nicht erfüllt sind, ist vor allem in Entwicklungsländern vorherrschend. Als Maßeinheit für Ernährungsmittelunsicherheit gilt Hunger oder Unterernährung. Während seit den frühen 1990er Jahren große Fortschritte in diesem Bereich gemacht wurden, wurde das Millenniums-Entwicklungsziel2 der Reduzierung des Hungers um die Hälfte in vielen Regionen nicht erreicht (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Unterernährung nach Region3

Folgende Fakten teilt das UN-Programm für nachhaltige Entwicklungsziele (2015)4:

“836 Millionen Menschen leben in extremer Armut (verdienen weniger als 1,25 US-Dollar am Tag)

795 Millionen Menschen sind unterernährt (davon allein 281 Millionen in Südasien)

45 % aller Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren sind auf schlechte Ernährung zurückzuführen

Jedes vierte Kind leidet an Wachstumsstörungen (in Entwicklungsländern jedes Dritte)“

 

Das nachhaltige Entwicklungsziel 2 der UN für das Jahr 2030 ist, „dem Hunger ein Ende zu setzen, Ernährungssicherheit und verbesserte Ernährung zu erreichen sowie nachhaltige Agrarkultur (Aquakultur) zu fördern.“ Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sagt, „Der Fischerei- und Aquakultursektor spielt derzeit und kann auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der weltweiten Ernährungssicherheit spielen. Fisch ist eine wesentliche Nahrungsquelle mit vielen Mikronährstoffe, vor allem für viele einkommensschwache Bevölkerungsgruppen in ländlichen Gegenden. Außerdem trägt der Sektor zu wirtschaftlichem Wachstum und zur Entwicklung bei, indem er Beschäftigungs-, Lebensunterhalts- und Einkommensquelle für Millionen von Menschen darstellt, die Fang, Zucht, Verarbeitung und Handel von Fisch betreiben.”5 GLOBALG.A.P. erkennt die bedeutende Rolle der Ernährungssicherheit, sowie die Notwendigkeit, die Lebensmittelproduktion verantwortungsbewusst zu erhöhen, die wachsende Nachfrage nach sicheren und nachhaltigen Fisch- und Meeresfrüchteprodukten mit inbegriffen. Zu diesem Zweck hat GLOBALG.A.P. das localg.a.p. Programm zur Förderung sicherer und nachhaltiger Lebensmittelproduktion entwickelt. localg.a.p. ist ein schrittweiser Einstieg in die Zertifizierung, welcher es Produzenten auf dem Weg zur vollständigen Zertifizierung erlaubt, durch die Umsetzung einer Reihe grundlegender GLOBALG.A.P. Standards bereits Anerkennung auf dem Markt zu gewinnen. Für mehr Informationen über localg.a.p., klicken Sie hier

 

[1] http://www.fao.org/docrep/013/al936e/al936e00.pdf S.1

[2] http://www.un.org/millenniumgoals/

[3] http://www.fao.org/3/a-i4671e.pdf S.2

[4] http://www.un.org/sustainabledevelopment/

[5] FAO. 2016. The State of World Fisheries and Aquaculture 2016.Contributing to food security and nutrition for all. S.170