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Aquakultur in Norwegen

 

 

Dank seiner fast 101.000 Kilometer langen Küsten an Festland und Inseln ist Norwegen eng mit dem Meer verbunden. Laut Norwegian Seafood Council, einer 1991 durch das norwegische Fischereiministerium ins Leben gerufenen Organisation, wird die norwegische Kultur sogar „durch das Meer definiert“. Norwegens Aquakultur-Sektor profitiert von hervorragenden Küstenbedingungen mit tiefen Fjorden und ausgezeichneter Wasserqualität und blickt auf mehr als ein Jahrtausend Fischereigeschichte zurück. Erste Versuche in der Aquakultur wurden hier bereits Ende der 50er Jahre unternommen. Seitdem steigen die Produktionszahlen unaufhaltsam. Von 2000 bis 2016 war das Wachstum am stärksten; in diesem Zeitraum stieg der Ertrag von 491.329 Tonnen auf 1.326.216 Tonnen an (FAO). Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine starke Regierung und umfangreiches Engagement für nachhaltige Entwicklung.

 

Atlantischer Lachs aus norwegischer Aquakultur

Atlantischer Lachs macht 93% der gesamten Produktion aus und ist damit bei weitem das wichtigste Erzeugnis aus norwegischer Aquakultur (FAO 2016). Norwegen ist mit 1,233 Millionen Tonnen Ertrag der weltweit größte Produzent von Atlantischem Lachs (FAO 2016). Regenbogenforellen stehen mit 6,7% der gesamten Produktion an zweiter Stelle. Weit abgeschlagen auf Platz drei und vier stehen Muscheln mit 1,6% und Atlantischer Heilbutt mit 1,1%. Darüber hinaus werden auch Kabeljau und Saiblinge gezüchtet.

 

Strenge gesetzliche Vorgaben

In Norwegen unterliegen Fischzüchter strengen Vorgaben zum Umweltschutz sowie zur Qualität und Lebensmittelsicherheit. Im Meer werden Fische in großen, runden Käfigen gehalten, wo die Besatzdichte von 2,5% Fisch auf 97,5% Wasser eingehalten werden muss.[1] Ergänzt werden diese Vorgaben durch unabhängige Zertifizierungssysteme von dritten, wie beispielsweise GLOBALG.A.P.

 

Lachsläuse und andere Herausforderungen für die norwegische Aquakultur

In letzter Zeit kämpfen norwegische Lachsfarmen zunehmend gegen den Befall durch Lachsläuse. Neue, innovative Lösungsansätze, wie zum Beispiel der Einsatz von Putzerfischen, und umweltfreundliche Behandlungen mit Süßwasser oder warmem Wasser zeigen positive Ergebnisse bei der schonenden Bekämpfung der Parasiten.

 

Exportschlager Atlantischer Lachs und die Zukunft der norwegischen Aquakultur

Laut Norwegian Seafood Council macht Atlantischer Lachs ca. 70% der gesamten Exporte an Fisch und Meeresfrüchten aus, und jeden Tag werden in über 100 Ländern rund 14 Millionen Portionen Lachs aus Norwegen serviert. Europa ist Norwegens Haupthandelspartner für Atlantischen Lachs. Der größte europäische Importeur für Lachs aus Norwegen ist Polen, wo der Fisch weiterverarbeitet und geräuchert wird, bevor er in ganz Europa und weltweit vermarktet wird. Der zweitgrößte Abnehmer ist Frankreich. Nachdem ein Handelsstreit mit China kürzlich beigelegt werden konnte, will Norwegen die Produktion nun weiter ausbauen, um den chinesischen Markt und den dortigen Heißhunger auf frischen Atlantischen Lachs bedienen zu können.

 

Damit dieses Wachstum nachhaltig gestaltet werden kann, werden im norwegischen Lachszuchtsektor sogenannte „grüne Lizenzen“ eingeführt. So wird nicht nur im Interesse der Umwelt eine nachhaltige Zukunft gesichert, sondern auch für die norwegischen Fischzüchter und die Küstenregionen.

 

Weitere Informationen über die norwegische Aquakultur finden Sie unter:

https://en.seafood.no/

 

 

 

 

 

[1] Norwegian Seafood Council