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Aquakultur in Indonesien

Perfekte natürliche Bedingungen

Als tropisches Archipel mit mehr als 17.000 Inseln eignet sich Indonesien von Natur aus perfekt für die Aquakultur. Indonesien profitiert dabei nicht nur von seinen vielen Küsten, an denen beispielsweise Garnelen, Meeresfische und Wasserpflanzen gezüchtet werden, sondern auch von rund 93.000 km2 an Binnengewässern – einschließlich des berühmten Tobasees, einem Vulkankrater in dem mit Käfigen Buntbarschzucht betrieben wird. Jahrhunderte lang wurde in Indonesien Aquakultur in Subsistenzwirtschaft auf kleinem Maßstab betrieben, ursprünglich mit Milchfischen, Meeräschen und Karpfen. In den letzten 50 Jahren hat Indonesien die Aquakulturproduktion enorm angekurbelt, um sowohl den heimischen Bedarf als auch Exportmärkte zu bedienen. Neben stetigem Wachstum bei der Produktion von Garnelen, Buntbarschen und anderen wichtigen Arten – Indonesien ist mit 4,985 Millionen Tonnen inzwischen der weltweit drittgrößte Produzent von Wassertieren aus Aquakultur – hat Indonesien auch den Anbau von Wasserpflanzen (Seetang) seit 2005 mehr als verzehnfacht: Mit 11,631 Millionen Tonnen war die Inselnation 2016 für 38,7% der weltweiten Wasserpflanzenernte verantwortlich. (FAO)

 

Weltweit Nummer zwei beim Export von Garnelen

2017 exportierte Indonesien Meeresfrüchte im Wert von 3,271 Milliarden US-Dollar (ohne Wasserpflanzen und daraus hergestellte Produkte).[1] Rund 38% der gesamten Produktion aus Wildfang und Aquakultur werden exportiert.[2] Zwei Arten sind bei den Exporten besonders stark vertreten: Garnelen und Buntbarsche. Weltweit ist Indonesien der zweitgrößte Lieferant von „giant tiger prawn“ (127.500 Tonnen). Auch bei „whiteleg shrimp“ steht Indonesien weltweit auf Rang zwei – hier ist die Produktion in den letzten Jahren von 53.217 Tonnen (2004) auf 489.555 Tonnen (2016) angestiegen![3] Die Garnelenexporte in Höhe von mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar gingen 2017 hauptsächlich in die USA (70%); an zweiter Stelle folgt Japan (21%). Buntbarsche sind eine der wichtigsten Exportarten aus der Fischzucht. Allein tiefgefrorene Buntbarschfilets sind für 57,3 Millionen US-Dollar Exportvolumen verantwortlich, wovon 71% in die USA und 8% in die Niederlande exportiert werden.

 

Verantwortungsvolle Ernährung für eine wachsende Bevölkerung

1960 hatte Indonesien rund 88 Millionen Einwohner. Seitdem ist die Bevölkerung auf über 266 Millionen gestiegen – damit steht Indonesien weltweit an vierter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder.[4] Im selben Zeitraum ist der pro-Kopf-Verbrauch von Fisch von ca. 9,3 kg auf über 41 kg pro Jahr gestiegen.[5] Dementsprechend spielt die Aquakultur nicht nur eine immer wichtigere Rolle als bezahlbare Proteinquelle für die Bevölkerung, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Lebensunterhalt von über 2,7 Millionen Beschäftigten im Sektor[6]. Bis 2030 wird ein weiteres Bevölkerungswachstum auf 295,5 Millionen erwartet (321,5 Millionen bis 2050), und die Aquakultur wird sowohl mit der steigenden Binnennachfrage als auch mit den Exportmärkten Schritt halten müssen.[7] Trotz der reichlich vorhandenen Küsten- und Binnengewässer stellt das weitere Wachstum Indonesien vor ökologische Herausforderungen.  Die Zukunft der nachhaltigen Aquakultur in Indonesien ist durch den Klimawandel und die Versauerung der Meere bedroht. Außerdem müssen beim weiteren Ausbau der Aquakultur Einschränkungen der Land- und Wassernutzung berücksichtigt werden.

Für die Zukunft Indonesiens bietet die GLOBALG.A.P. Zertifizierung ein Forum für verantwortungsvollen Ausbau mit besonderer Rücksicht sowohl auf die Küsten- und Binnengewässer Indonesiens und die Artenvielfalt als auch auf die lokalen Kommunen und deren Bedürfnisse.

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[1] ITC HS 030
[2] Phillips M, Henriksson PJG, Tran N, Chan CY, Mohan CV, Rodriguez U-P, Suri S, Hall S und Koeshendrajana S. 2015. Exploring Indonesian aquaculture futures. Penang, Malaysia: WorldFish. Program Report: 2015-39 S. 5
[3] FAO Fisheries Statistics 2016
[4] Worldometers
[5] FAO and EIBN 2017
[6] Siehe 2 oben, S. 10
[7] Siehe 4 oben