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Aquakultur in Indien

 

Ein Pionier an der Spitze der Aquakultur

In Indien, wo man dieses Jahr (2018) das 68-jährige Bestehen der unabhängigen Republik feierte, wird schon seit mehr als 2000 Jahren Aquakultur betrieben. Der früheste Beleg über Fischzucht stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.![1] Aus der Karpfenzucht im kleinen Stil entwickelte sich im Lauf der Geschichte ein blühender Aquakultursektor. Seit Gründung der Republik Indien im Jahr 1950 hat sich der Sektor kontinuierlich weiterentwickelt, und mit einem Ertrag von rund 5,7 Tonnen (FAO) war Indien 2016 weltweit der zweitgrößte Produzent von Wassertieren. Ein Großteil des Wachstums im indischen Aquakultursektor fand im 21. Jahrhundert statt, allem voran durch fast 150 % Zuwachs in der Karpfenproduktion auf 4,2 Millionen Tonnen (FAO). Außerdem ist die Garnelenzucht in Indien inzwischen weltweit an vierter Stelle, nach China, Indonesien und Vietnam.

 

Ein wichtiger Handelspartner

2017 exportierte Indien Fisch und Meeresfrüchte im Wert von mehr als 5,4 Mrd. US-Dollar. Davon entfielen mit 3.854.194 US-Dollar 71 % auf Garnelen. Der größte Handelspartner für Garnelen sind die USA, gefolgt von Vietnam und Japan. Als Region hingegen bildet die EU Indiens drittgrößten Handelspartner für Garnelen. Innerhalb der EU ist das Vereinigte Königreich der größte Garnelenabnehmer, gefolgt von Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. In den letzten beiden Jahren wurde Indien zweifach durch die EU auf den Einsatz von Antibiotika in einzelnen Farmen überprüft. Die endgültigen Ergebnisse der zweiten Überprüfung werden diesen Sommer (2018) erwartet, und zur Zeit werden 100 % der Garnelen, die aus Indien in die EU eingeführt werden, inspiziert, um sicherzustellen, dass die Ware sicher und gesund ist.

 

Nachhaltiges Wachstum

Die überwiegende Mehrheit der indischen Fischzüchter sind kleine Betriebe. Um kleinen Garnelenzüchtern bei Herausforderungen durch Krankheiten zur Seite zu stehen und die negativen Auswirkungen gering zu halten, hat die indische Entwicklungsbehörde für den Export von Meeresprodukten (Marine Products Export Development Authority, kurz MPEDA) 2007 das Nationale Zentrum für Nachhaltige Aquakultur (National Centre for Sustainable Aquaculture, kurz NaCSA) ins Leben gerufen. Als ersten Schritt schuf NaCSA sogenannte ‚Shrimp Societies‘ (Gemeinschaften von je 20 bis 74 Garnelenzüchtern). In den ‚Shrimp Societies‘ erhalten die Farmen Unterstützung bei der Umsetzung besserer Methoden oder ‚guter Aquakulturpraxis‘. Bis heute sind mehr als 19.000 kleine Zuchtbetriebe erfolgreich an der Initiative beteiligt.[2]

 

Große Aussichten für Garnelen- und Barschzucht

Indiens Aquakultursektor erfreut sich weiterer Investitionen, und in Zukunft soll unter anderem die Garnelenproduktion verdoppelt und ein starker Barschzuchtsektor aufgebaut werden. Im weiteren Ausbau der Aquakultur in Indien wird Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen. Weitere Informationen zur nachhaltigen Aquakultur in Indien erhalten Sie bei NaCSA unter:

https://nacsampeda.org.in/Home

 

[1] http://www.fao.org/fishery/countrysector/naso_india/en
[2] https://nacsampeda.org.in/objective